«Hin und wieder muss auch eine kleine Welt gerettet werden»

Autor Mick Gurtner: Das Mokka als Inspiration für das Buch.     Bild Patric Spahni
Autor Mick Gurtner: Das Mokka als Inspiration für das Buch. Bild Patric Spahni

Horst und die letzte Nacht des Rock'n'Roll

Fünf Fragen an Mick Gurtner | Von Godi Huber


Die Heldin deiner Geschichten ist Horst – eine kleine, quirlige Hündin. Müssten Helden nicht gross und stark sein?
Nichts gegen Superhelden, die immer gleich die ganze Welt retten müssen – das kann ja ganz amüsant sein. Aber hin und wieder muss auch eine kleine Welt gerettet werden. Zum Beispiel die von Thom, dem Ich-Erzähler meiner Geschichte. Und das kann eine kleine, struppige Heldin mit unpassendem Namen und feinem Gespür dafür, im richtigen Moment das Richtige zu tun, einfach viel besser.

Im ersten «Horst»-Band kommt der Soundtrack zur Geschichte aus dem Autoradio. Band zwei spielt in einem Musikclub. Weshalb immer wieder die Musik?
Weil Musik für mich einen enormen Stellenwert hat. Der Soundtrack eines Lebens ist etwas Wunderbares: Zwei, drei Akkorde genügen, und das Erinnerungskino beginnt zu laufen. Die Songs, die in meinen Romanen vorkommen, fangen Stimmungen ein: mal mit ihrer Atmosphäre, mal mit ihrem Beat, mal bloss mit einer Textzeile.

Liegt falsch, wer im Musikclub die Thuner Café Bar Mokka und deren legendären Betreiber Pädu Anliker, der 2016 gestorben ist, zu erkennen glaubt?
Nein. Das Mokka war tatsächlich eine sehr wichtige Inspiration für das Buch. Die Stimmung, die Leidenschaft der Leute im Club. Ich habe sehr viel Zeit im Mokka verbracht: Schon als Teenager im Ausgang, später auch als Musik- und Lokaljournalist. Das Buch ist Pädu Anliker gewidmet. Ich habe aber bewusst darauf geachtet, dass die Club-Betreiber im Buch ganz anders sind als er.

Wieviel von dir ist in den «Horst»-Büchern drin?
Nun, ganz oberflächlich betrachtet spielen sie an Orten, die ich gut kenne: Provence und Côte d’Azur im ersten Teil, eine kleine Stadt an einem Fluss mit einem tollen Musikclub im zweiten. Und klar, der Ich-Erzähler Thom hat Charakterzüge, die mir wohl nicht ganz fremd sind. Zudem gibt es für seinen verstorbenen Kumpel Bastian ein reales Vorbild: meinen Jugendfreund, der mit 18 nach einem Unfall und zwei Jahren im Koma starb. Einen Hund hatte ich selber allerdings nie ...

Auch das neue Buch ist oft komisch, bisweilen tragisch. Gibt es diesmal ein richtiges Happy End?
Eigentlich würde ich mich als ziemlich ausgeglichenen Menschen bezeichnen. Aber wenn mir jemand das Ende eines Romans verraten will, kann ich ungemütlich werden. Also plaudere ich da lieber nichts aus. Gut möglich auch, dass die Geschichte von Horst und Thom am Schluss des Buches «Horst und die letzte Nacht des Rock’n’Roll» noch nicht ganz zu Ende ist ...

 

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