«Beim Schreiben hatte ich das Gefühl, dass der junge Kelte Cadan mir seine Geschichte erzählt»

Interview mit Monique Baeriswyl-Mauron, der Autorin der «Aventia»-Bücher.

 

Monique Baeriswyl-Mauron, warum schreiben Sie? 

Monique Baeriswyl-Mauron: Das Schreiben ist für mich eine Auszeit vom Alltag. Ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen, mich in frühere Epochen versetzen, Figuren kreieren, mit ihnen leiden oder mit ihnen glücklich sein. Bei meinen Recherchen über die helvetischen Kelten stosse ich auf viel Interessantes, das ich meinen Protagonisten mit auf den Weg gebe. Umso spannender ist es natürlich, dass in der Region Freiburg, wo ich wohne, keltische Funde gemacht worden sind. 

 

Wie haben Sie das Schreiben der «Aventia»-Abenteuer erlebt? 

Man kann das wohl Schreibrausch nennen, wenn man sich gedanklich vollkommen im Schreiben verliert. Das erlebe ich öfters. An meinen Schreibmorgen musste ich gelegentlich einen Wecker stellen, um zurückzufinden in die Realität, so sehr war ich in die Handlung von «Aventias Vergeltung» vertieft. Es gibt natürlich auch Tage, an denen ich weniger intensiv in den Text eintauche oder das zuvor Geschriebene nicht mehr so gut finde. Dann heisst es umschreiben. 

 

Wie war es, beim Schreiben zwischen einer historischen Epoche und der Jetztzeit hin und her zu springen? 

Zu Beginn geistert für beide Epochen eine kleine Idee in meinem Kopf herum. Dann lasse ich aus dem Gedanken zuerst einen Teil der Gegenwartsgeschichte entstehen. Erst mehrere Wochen und einige Kapitel später entwickle ich den zweiten Handlungsstrang, den der historischen Epoche, wobei sich hier Schreiben und Recherchieren abwechseln. Nach und nach webe ich die Geschichten dann ineinander und lasse Parallelen entstehen. 

 

Haben Sie eine Lieblingsfigur im neuen Roman? Oder eine Lieblingsstelle? 

Eigentlich mag ich alle Figuren im Roman. Klar, einige sind sympathischer als andere, aber das bringt wohl auch ihre Lebenssituation mit sich. Beim Schreiben hatte ich oft das Gefühl, dass der junge Kelte Cadan mir seine Geschichte erzählt. So ist er mir schon sehr ans Herz gewachsen. Lieblingsstellen habe ich mehrere. Ich lache gerne, darum mag ich die Dialoge der schlagfertigen Cilia und ihrer Freunde besonders. Und natürlich liebe ich die Szene am Schluss der Keltengeschichte, wo Cadan seine geliebte Medb ... aber nein, das verrate ich nun doch nicht! 

 

Gibt es ein neues Schreibprojekt am Horizont? 

Zurzeit ist gar nichts geplant. Ich investiere momentan mehr Zeit in meinen Beruf. Klar jagen immer wieder neue Ideen durch meinen Kopf, aber so richtig festgekrallt hat sich noch keine. 

 

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