Cornelia Zahner, müssen Drachen nicht böse sein?

Cornelia Zahner, woher kam die Idee zu "Ronni vom Rhonegletscher"? 

Meine Mutter suchte vor einigen Jahren für ein Lager eine Geschichte über einen "lieben" Drachen. Als sie keine fand, bot ich ihr an, eine zu schreiben, und begann, im Kopf ein erstes Bild von Ronni zu zeichnen. Meine Mutter fand dann doch noch eine Geschichte, ich aber habe Ronnis Abenteuer trotzdem weitergesponnen. Nach und nach kamen die Ideen, die vermutlich ausgeblieben wären, wenn ich die Geschichte damals schnell zu Ende geschrieben hätte.

 

Ronni ist ein lieber Kerl. Müssen Drachen nicht böse sein?

Oftmals verkörpern Drachen das Böse, die Bedrohung. Andererseits können sie aber auch Beschützer sein. Es ist immer eine Frage der Perspektive. Geschichten mit bösen Drachen gibt es schon viele. Ich wollte aber auch kleinere Kinder ansprechen, die sich nicht im Dunkeln fürchten sollen, wenn ihnen die Eltern die Abenteuer von Ronni als Gute-Nacht-Geschichte vorlesen.

 

Werden alte Drachengeschichten mit diesem Buch zu neuem Leben erweckt?

Ja, das war der Plan. Ronni ist zwar erfunden, aber er kommt an den Orten vorbei, zu denen es eine Drachensage gibt, bei den Beatus-Höhlen, auf dem Pilatus, am Glärnisch und auf Schloss Lenzburg. Meist erzählen ihm die Drachen die Sagen aus ihrer Perspektive und auf eine Art, wie sie auch für Kinder geeignet sind.

 

Das Eis der Gletscher schmilzt. Ist "Ronni" ein Buch gegen den Klimawandel?

Das Thema ist vor allem deshalb eingeflossen, weil ich die Geschichte für ein WWF-Lager verwenden wollte. Die Idee habe ich dann beibehalten, da es die Möglichkeit bietet, Kinder auf den Klimawandel anzusprechen. Letzten Endes kann aber jeder damit machen, was er will. Man kann das Buch einfach vorlesen und zur Kenntnis nehmen, dass die Gletscher schmelzen, oder man kann es in der Schule lesen und diese Themen aufgreifen.

 

Wieviel von Ihnen selbst steckt in Ronnis Geschichte drin? 

Oh, dann würde man mich wohl als lieben Drachen einschätzen (lacht). Naja, da kaum Menschen im Buch vorkommen, fiel es mir leicht, mich rauszunehmen und die Tiere aus der Distanz zu beschreiben. Allerdings betrachte ich einiges in der Geschichte durch Ronnis Augen, die manchmal auch meine sein könnten.

 

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